Die Abkürzung AGP steht für Accelerated Graphics Port und stellt einen mittlerweile in die Jahre gekommenen Standard für Grafikkarten dar. AGP nutzt den im Computer verbauten, regulären Arbeitsspeicher (RAM), um sämtliche für die Darstellung der Grafik relevanten Prozesse abarbeiten zu können, wenn die implementierte GPU ihre Kapazitätsgrenze erreicht hat. Grundsätzlich dient der AGP-Port auf dem Mainboard der Aufnahme einer AGP-Grafikkarte.
Die Nutzung von AGP in der Praxis
1997 wurde die Entwicklung von AGP marktreif und kam im i440LX-Chipsatz in der Pentium-Prozessor-Serie (ab Pentium II) auf den Markt. Serienreife erlangte diese Technologie bereits ein Jahr später und wurde daraufhin in den meisten, für den gewöhnlichen Handel konzipierten Computern verbaut. Der AGP-Steckplatz auf der Hauptplatine ist an der Bauart bereits leicht zu erkennen. Er hebt sich in Farbe und Größe von den PCI-Steckplätzen ab. AGP arbeitet eng mit der auf der Hauptplatine untergebrachten Northbridge und dem Arbeitsspeicher zusammen, was essentiell für die Performance der verbauten Grafikkarte ist. Die Leistungsfähigkeit einer AGP Grafikkarte lässt sich in der Rangliste für Grafikkarten gut vergleichen.
Die AGP Versionshistorie
Der AGP-Standard hat eine mehrjährige Weiterentwicklung erfahren, die vor allem privaten Nutzern zu Gute kam. Zur besseren Übersicht folgt eine kurze Aufstellung der verschiedenen Versionsstufen und Entwicklungsstadien.
- AGP 1.0 : Mit dieser ersten Version wurde 1997 ein Meilenstein in Sachen Grafische Darstellung am PC erreicht. Mit einer Taktrate von 32bit bei AGP 1x betrug die theoretische Transferrate bis zu 266MB/s, während die schnellere Version AGP 2x die Übertragungsrate bereits auf 533MB/s verdoppeln konnte.
- AGP 2.0 : Der Nachfolger von AGP 1.0 wurde bereits zwei Jahre später auf den Markt gebracht. Die Signalspannung konnte auf 1,5V gesenkt werden. Der vergleichsweise starke Leistungszuwachs wurde erreicht, in dem nun anstatt 2 Datenpakete gleichzeitig 4 Datenpakete verarbeitet werden konnten.
- AGP 3.0 : Weitere 5 Jahre später folgte erneut eine deutliche Leistungssteigerung. Durch diese neu auf den Markt gebrachten Grafikkarten wurde eine weitere verdoppelung der Leistung erreicht werden. Unter der Bezeichnung AGP 8x erreichte diese Technologie die Nutzer.
- AGP 3.5 : Die letzte AGP-Version wurde 2004 fertiggestellt. Neue transfermodi wurden nicht implementiert. Diese letzte AGP Version wurde primär für die Stabilisierung der Technologie entwickelt.
AGP und sein Ende
Die finale Version AGP 3.5 läutete das Ende der Entwicklung dieser Technologie ein. Bei höheren Taktungen während der parallelen Datenübertragung gab es zu große Timing-Probleme. Durch die beschränkt Menge an parallelen Datenübertragungen wurde eine neue und vielfältig nutzbare Schnittstelle namens PCIe (PCI-Express) geschaffen.
